Sonntag, 11. November 2012

das Paradox, die Projektion und Freiheit

eines der wichtigsten Fähigkeiten, die man dem Verstand beibringen muss ist das Begreifen und
Anwenden des Paradox:

eigentlich ist es auch ganz einfach, nur der geübte Verstand will es genau andersherum:
Ursache und Wirkung: ich tue A und erwarte B, das Paradox ist: das erwartete B ist der Ausgangspunkt, ich mache B zur Ursache

das Paradox lehrt mich, die gewünschte Wirkung zur Ursache zu machen - allein das Erlebnis
ist der Beweis. Was geschieht, ist etwas, das sich völlig 'unnormal' - in Wirklichkeit nur ungewohnt - anfühlt, aber einmal erlebt, will man mehr davon, weil die Überraschungen der Wirkung das Staunen und Wundern zu einem Trip machen, der 'high' macht.

Was heißt das: ich mache genau das Gegenteil von dem, was ich glaube das 'richtig' ist. Dafür muss mir klar sein, dass der Glaube an das Richtige nicht mehr ist als ein Glaube .... glauben entsteht durch Erfahrung und die kann ich ändern, dann ändert sich auch der Glaube.

Das Paradox und die Projektion sind nahe Verwandte.

Das Paradox lehrt mich, nicht das zu projizieren, was ich will, sondern die Erscheinung bereits als gegeben betrachte: die Projektion ist bereits da, der Zustand, den ich durch die Erscheinung meiner Projektion erwarte ist bereits erfüllt. Wieso? na, wenn ich weiß, wer ich bin, dann ist alles und nichts immer und in jedem Augenblick gegenwärtig. Das einzige, was sich immer wieder dazwischen mogeln will sind die bereits gelernten, automatisierten Muster. Und die tauchen in diesem Prozess auf, alle.

Wenn ich gelernt habe, dass ich mich erkälte, weil ich nasse Füße habe, dann erkälte ich mich:
Glaube ist dann Wahrheit, die Verknüpfungen vom Erlebnis (nasse Füße) mit einem Ergebnis (Krankheit) ist dann Wahrheit. Bemerke ich diese Verknüpfungen und stelle diese in Frage, das allein ändert das Ergebnis: ich habe nasse Füße, muss ich deshalb krank werden, wieso eigentlich, stimmt das wirklich. Ich kann mich dann entscheiden, das Erlebnis 'nasse Füße' für sich allein stehen zu lassen und die Verknüpfung beenden: nein.

Ich treffe also eine neue Entscheidung mit dem Wissen, das die bekannte eine gelernte ist, aber keine Absolute.

Die Anwendung des Paradox hier ist allein das Anerkennen der Tatsache, dass ich, die, die ich wirklich bin, überhaupt niemals krank werden kann.

WAS?

Das ICH, das ich meine ist kein Phänomen, nicht physisch - ist die Kraft, die exakt dem folgt, das bewirkt, was ich will, was ich tue, was ich denke: ungeteilt, direkt, sofort, im Augenblick ist sie immer die Quelle, die ich benutze, um das zu erleben, was ich will.


Der Standortwechsel ist ja dieses: nicht die physiche Welt ist die Ursache für das, was ich erlebe, sondern das Nichtphysische - die Welt ist eine ständige Reflektion dessen, was ich projiziere.

Um durch den Wald der automatischen Projektionen zu finden ist es notwenig, alles zurückzunehmen bzw. alles hinzunehmen um genau das zu erkennen. Das heißt, ich muss langsamer werden, geduldiger als ich mir jemals vorstellen kann und das ist ...... Arbeit!

ich höre auf zu projizieren - statt dessen erlaube ich die Reflektionen zu sein, ohne zu reagieren, aber erlebe sie: das ist die unangenehme Seite und es braucht viel Übung, viel Zeit, um in den Genuss der damit verbundenen Freiheit zu kommen: die Welt steht auf dem Kopf und damit steht sie dann richtig rum.

eine alte bekannte Frage: was kommt zuerst: die Henne oder das Ei
erkenne ich als Farce: weder noch, die Idee Ei ist zuerst, daraus ergibt sich die Idee Henne.

Mir wird immer klarer, dass ich die Ideen und Konzepte mit meinen 'göttlichen' Kräften füttere.

und damit muss ich erstmal aufhören, soweit wie möglich, um das überhaupt zu bemerken - denn,
wie kann ich was ändern, wenn ich nicht weiß, was ich bereits tue.

Irgendwann kommt dann der Moment, wo ich es genau merke: innen und außen sind identisch, wobei ich von einer minimalen Verzögerung ausgehe, die zwar nicht stimmt, aber für das Lernen bedeutsam ist: außen ist das Ergebnis, Vergangenheit, bereits erledigt - jeden Moment.

Eine ganz wichtige Folgerichtigkeit ergibt sich daraus: warum an der Vergangenheit etwas ändern wollen, geht doch gar nicht, völlig unnütz.

und so verändert sich automatisch mein Verhalten, verändert sich meine Aufmerksamkeit, meine Wahrnehmung: das was ist, ist und ist willkommen, egal was.

Ich bin in dieser Phase meinem zwanghaften Perfektionismus begegnet, der zeitweise Panickreaktionen ausgelöst hat, so als wäre ein Fleck auf der Tischdecke der Untergang der Welt: welche Not! Das ist Krieg, Terror gegen mich selbst und mit jedem 'das ist nicht perfekt = falsch' verstärke ich das Gefühl, selber falsch zu sein - mein wahres Ich macht keine Unterschiede, da es unberührt ist und bleibt von jeder Bewegung, Urteil, Kampf und Krieg, den ich mit mir selber und/oder den Projektionen führe, es macht alles mit, erlaubt alles, bleibt jedoch völlig unverletzt.

Diesen Teil in mir, der alles mitmacht, immer unverletzt bleibt - den mache ich zum Hauptakteur.
Damit ändert sich alles. Damit erkenne und begreife ich das Wesen des Paradox und seinen Wirkungen. Ich bin was ich bin ist als Wirkung Ursache geworden. Alle Erscheinungen dürfen sein, wie sie sind, Veränderungen geschehen automatisch.

nicht 'alles wird gut'
sondern 'alles ist perfekt, so wie es ist'
befreit von jedem zwanghaften anderssein wollen, müssen etc ....

das ist Freiheit, das Ende der 'Befreiung von ...' verwandelt sich in die Freiheit zu erleben was ist.

Irgendjemand sagte: es ist eine Freude und ein Genuss, das wahrzunehmen was ist, bewusst zu erleben, was ist und sich darüber zu freuen





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