habe mal wieder lust, was auf deutsch zu schreiben und das gefühl, dass ich was zu erzählen habe:
also, was ist das mit 'erleuchtung, aufwachen - awakening, enlightenment' -
das einfachste der welt zu beschreiben ist das schwerste, weil, wenn man es weiß ist es so simple,
dass es einfach nicht in worte zu fassen ist:
man stelle ich ein paar fragen - renne mit diesen fragen einige zeit herum, bis diese sich irgendwie in irgendeiner form von selbst beantworten: wer hat da geantwortet?
also, wenn man da angekommen ist, glaubt man, toll, ich habe es geschafft, aber ...
dann geht's erst richtig los.
man wird mit der vorher gegangenen erwartung konfrontiert, dass da was passiert, das ein für alle mal alle fragen beantwortet (das stimmt auch, ha!), dass alle probleme gelöst sind (stimmt auch) und dass man für immer und ewig im paradies lebt (das stimmt auch :)).
nur .... es passiert überhaupt gargar nichts!
du erkennst plötzlich: ach so, das meinen die, DAAAAS ist es und .... na klar, da war ich doch schon immer, das bin ich doch schon immer ... ich wusste nur nicht, dass ich es wusste.
Ende
dann geht's erst richtig los: denn, auch wenn ich erkenne, was ich bereits wusste: alles ändert sich und nicht ändert sich: die entdeckung des PARADOX!
das ist die hölle für den verstand, den geliebten, den klugen, den vertrauten ... alles alles, ich denke so gerne, weiß so viel und peng .... da ist die erkenntnis, das hat überhaupt mit MIR, diesem aufgewachten selbst, diesem echten ich, nennen wir es wie wir wollen - damit hat das alles gar nichts zu tun.
elend.
und ich komme nicht drum herum.
was anderes, als den inneren impulsen zu folgen geht schon lange nicht mehr - was ist nun los??
das kann dauern, bis es sich so anfühlt, als würde es weitergehen - und täglich geht es einen schritt weiter, wenn das nicht so wäre ... tja, weiß ich auch nicht.
dieser standortwechsel tritt immer mehr in den vordergrund - es ist wie auf einem schüttelrost, anfangs bin ich für augenblicke DA - irgendwann wird es mehr und ein inneres wissen unterstützt - mit aller kraft! das gefühl bestätigt das, es geht um den standortwechsel, der muss vollzogen werden, alles andere ist total unwichtig, ALLES!
irgendwann wird es leichter: das Ich, das gar kein ich ist, oder doch (ist wurscht), der teil in mir, der immer da ist, der immer ungetrübt und unberührt da ist - wie ich es auch beschreibe, auch egal, der teil von mir der NICHT im phänomen zu finden ist - dieser teil, der bisher mitläufer war, mal wahrgenommen, mal nicht, immer zuverlässig, aber meist wenig beachtet, der teil in mir, da ist auch wenn ich scheinbar nicht da bin - die, die wissen, verstehen, was ich meine - also dieser teil in mir wird vom kulissenschieber zur hauptfigur, vom wächter hinter dem vorhang zum anker meines daseins: das Dasein selbst ist der Anker.
hört sich leicht und einfach an, ist es auch - nein, ist es nicht, denn .... die hauptakteure der vergangenheit verteidigen ihre rechte!
was heißt das: der verstand, der so prima funktioniert, der weiß wie alles geht, wird zum backgroundsänger - welche not!! und weil die gefühle doch mit allem verbunden sind, alle assoziationen ebenso die hauptrollen verteilen und spielen - alles alles - ist plötzlich unwichtig
uninteressant, gar nicht wahr ....
die zeit der desillusionierung fühlt sich an wie die große depression.
irgendwas in mir (na was wohl) sagt; nee zu der selbsthilfegruppe der depressiven brauchste nicht zu gehn, was da in dir abgeht ist normal - ich, die, die ich immer noch glaube, dass ich sie bin, die den standort den veränderten erst beschnuppert aber nicht 24/7 besetzt hält, ich also, die ego-sabi, die mind-sabi - die ist am schleudern und taumeln.
wie es sich auswirkt, können die erzählen, die um mich herum sind - ich muss das gar nicht erzählen, es soll mir auch keiner nachmachen nach dem motto: ach, das gehört dazu, also mach ich es nach: die nachahmungskräfte sind die gefährten der ego-sabi - also still.
irgendwann kippt es um - ich merke es, es bahnt sich an, als würde es nach schnee riechen, 3 tage bevor es schneit und
irgendwie kommt freude auf - eine neue, andere, nicht die, die sich über neue schuhe freut, eine andere, eine bisher unbekannte
und neuer mut kommt auf - die selbst geißelung lässt immer mehr nach (die "du müsstest eigentlich ..."-stimme) - es kippt weiter.
nun meldet sich auch der körper: nervosität, egal was ich tue, egal wo ich bin, egal mit wem - SCHRECKLICH!!
der körper reagiert natürlich, das nervensystem ist upside down: anstatt zu fluchen, erlebe ich fluchen ohne zu fluchen - anstatt wegzulaufen bleibe ich und erlebe 'weglaufen' - die schilddrüse arbeitet: ich schaue zu, leide ohne zu leiden, erlebe angst ohne mich zu ängstigen etc...
der standortwechsel wird zum einzigen interessanten spiel - das innere wissen ist so stark, dass kein aber, auch nicht der geringst einwand daran irgendetwas ändern kann.
ich gebe zu, die unangenehmen momente können unerträglich sein, nein scheinen - die innere kraft ist immer genauso groß wie notwendig, durch diese momente durchzugehen.
es gibt ein neues gefühl, das ich nicht beschreiben kann, das in diesen augenblicken auftaucht.
dieses gefühl fordert mich auf, mich noch tiefer nach innen fallen zu lassen, denn 'raus' gibts nicht.
das wissen um die belohnung danach vergesse ich immer wieder, aber die kommt und was ist die belohnung: klarheit, innere klarheit.
ich merke, wie ich immer tiefer mich in diese klarheit verliebe und dass ich nichts anderes auf dieser welt mehr will als: mehr davon
und das ist das versprechen, die belohnung, denn es kommt immer mehr 'davon'.
irgendwann ist dann die inner freiheit so groß, dass ich diesen ganzen scheißprozess verstehe und nur noch nicke.
der standortwechsel, wenn er erstmal so stark und dominant ist, dass das 'zurück' überhaupt weder gewünscht, noch gewollt, noch ... irgendetwas anderes als das 'neue zuhause' sein will, dann kippt alles weiter.
der kampf der titanen: das konditionierte selbst, was ja gar kein selbst ist, sondern einfach nur gelernte automatismen, die auftauchen um im 'zu hause' sich auflösen zu dürfen - da löst sich natürlich überhaupt nix auf, was da wirklich passiert ist allein klarheit.
ich habe viel geweint.
da ist sooo viel schmerz da unten in der tiefsee der seele.
wenn er auftaucht zerreisst es mir das herz - tja, dann zerreisst es mich eben, dann sterbe ich eben
solche augenblicke sind mein täglich brot - erzätzen den hunger auf alles andere, incl. nudeln mit tomatensoße.
aber nach jedem tiefseeauftauchenschmerz - wird was frei.
als würde der dreck = schmerz verwandeln
verwandeln in was ....
klarheit, immer wieder nur klarheit.
bis es blubb macht und ein wow das nächste jagt: achso!!!!!
schmerzen und tränen sind meine freunde, der dreck soll hoch, alles, angestaute 5 mill jahre, oder so.
nichts kann ich auslassen, jesus nicht, buddha nicht - alle anderen auch nicht. bei manchen bleibe ich länger stecken, da muss ich noch tiefer graben, aber schließlich lege ich aus dieses und jenes frei.
klarheit.
irgendwann dazwischen immer wieder jetzt, immer wenn ich dran denke, kommt diese fragen nach dem 'was jetzt' mehr oder weniger, der staffettenwechsel hat seinen höhepunkt.
ich entscheide gar nichts mehr.
ich entscheide alles.
Samstag, 10. November 2012
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wow,endlich habe ich jemanden gefunden, der das alles nach diesem Shift erzählt.
AntwortenLöschenBin dir sehr dankbar für diese Zeilen, denn es ist 14 Tage her seit ich diesen shift hatte, aber es hat sich danach nicht viel verändert, so dass ich dachte, ich hätte mich geirrt. Du hast das im Nov. 2012 geschrieben, vielleicht schaust du gar nicht mehr rein.
liebe Grüsse
Mary